DIE STADTRAUMPIONIER*INNEN / CLUB XS

Gemeinsamer Jugendtheaterclub von WERKRAUM: Karlsruhe e.V. und Badisches Staatstheater Karlsruhe

Aktuelles Projekt: Die Stadtraumpionier*innen

Generationsübergreifendes Theaterprojekt

Kinder, Jugendliche und Erwachsene zwischen zwölf und neunundneunzig Jahren mit und ohne Beeinträchtigung, Bildungsbenachteiligung, LSBTTIQ* Hintergrund, Migrations- und Fluchthintergrund aus der Stadt Karlsruhe entwickeln gemeinsam mit Künstler*innen aus dem Bereich Theater drei ortspezifische, improvisierte Theaterstücke zu den Themen Macht, Narzissmus und Verführung. Hierfür treffen sich die Teilnehmer*innen wöchentlich im gemeinsamen Theaterspielclub Xs von WERKRAUM: Karlsruhe e.V. und dem Badischen Staatstheater Karlsruhe.

Die drei verschiedenen Theaterstücke werden im Zeitraum von Oktober 2019 bis Juli 2020 in Karlsruhe zur Aufführung gebracht.

Leitung: Heisam Abbas, Sonja Viegener


Hintergrund:

Macht ist überall und wirkt überall - in der Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Religion und Gesellschaft. Eine hohe Position zu erreichen, sei es in Parteien, Unternehmen, Betrieben, Universitäten, in der Religionsgemeinde, im Verein oder im Freundeskreis, ist für viele Menschen attraktiv. Beruflich sind hohe Positionen mit mehr Weisungsbefugnis, höherem Einkommen, Ansehen und nützlichen Kontakten verbunden. Privat entfallen zwar die finanziellen Absichten, aber die Möglichkeit bestimmte Weisungen geben zu können und damit Einfluss zu nehmen, Ansehen zu gewinnen und Kontakte herzustellen, bleiben.

Macht ist ein Menschheitsthema, welches sich durch alle Epochen zieht und aktuell an gesellschaftlicher Relevanz gewinnt, wenn über heutige Formen von Machtausübung und Machtmissbrauch in Deutschland, Europa und der Welt nachgedacht und diskutiert wird.

In Zeiten von verstärkt aufkommendem Populismus und Protektionismus, der unsere schon stark individualisierte Gesellschaft immer mehr vom Kollektivismus hin zu einer „Wir zuerst!” Gesellschaft beeinflusst, gerät auch das Menschheitsthema Narzissmus wieder stark in den Fokus. Narzissmus wird heute als Gesellschaftsform gesucht. Ein System, das Karriere, Geld, Macht und Aufstieg in den Mittelpunkt allen Strebens zu stellen scheint.

In einer solchen narzisstischen Gesellschaft spielt Verführung, als Mittel zur Machtgewinnung und Machtausübung eine große Rolle. Nicht umsonst wählen Menschen politische Führer wie z.B. in Amerika, der Türkei oder Ungarn oder schließen sich radikalen, religiösen Gruppierungen an, gehen z.B. mit Pegida auf die Straße. Sie präsentieren sich in sozialen Netzwerken. Auf Instagram werden täglich 80 Millionen Bilder geteilt, unzählige davon mit dem wichtigsten Motiv eines digitalen Lebens- dem Selfie.

Zum Projekt:

Die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen werden sich künstlerisch mit den Themen Macht, Narzissmus und Verführung in unseren Gesellschaften auseinandersetzen.

Dafür treffen sie sich einmal wöchentlich zum gemeinsamen Gedanken- und Meinungsaustausch. Die Teilnehmer*innen setzen sich künstlerisch mit Fragen auseinander wie: Was ist Macht? Wer hat Macht über uns und auf wen üben wir Macht aus? Wie wird auf uns Macht ausgeübt und wie üben wir Macht aus? Werde ich verführt und wer sind überhaupt diese Verführer? Will ich das, will ich das nicht und wie kann ich mich dagegen schützen? Und was hat eigentlich Macht mit Moral zu tun?

Dabei werden die Gedanken und Meinungen der jungen Generation eventuell andere sein, als die der älteren Generation. Daher fördert das Projekt auch das Verständnis und den Dialog der Generationen untereinander. Ein Ziel ist das Verständnis und den Dialog der Generationen untereinander zu fördern. Im Anschluss an den Austausch, wird das Gedanken- und Meinungsmaterial in Theaterimprovisationen theatralisch weiterverarbeitet und erfahrbar gemacht.

Die künstlerischen Ergebnisse werden insgesamt dreimal in einem Zeitraum von Oktober 2019- Juli 2020 an unterschiedlichen Orten in Karlsruhe zur Aufführung gebracht. Das Besondere hierbei ist, dass die Teilnehmer*innen für jede der Aufführungen einen anderen Ort im Stadtraum auswählen und diesen bespielen. Dabei werden Orte ausgewählt, die in enger Verbindung zu den Themen Macht, Narzissmus und Verführung stehen, wie z.B. eine Parteizentrale, das Karlsruher Institut für Technologie, ein Autohaus, eine Religionsgemeinde, eine Schule oder ein Jugendzentrum. Durch die Erkundung des Stadtraums und die Auseinandersetzung mit den jeweiligen Orten eröffnen sich neue Perspektiven, der Ort wird zum Mitspieler und es entstehen spannende Wechselwirkungen zwischen Ort, Spieler*innen und den Themen. Sie sammeln Wissen, erspüren Atmosphären und begegnen Menschen.

Ziele:

Das Theaterprojekt schafft Freiräume zum gemeinsamen Denken und zum Meinungsaustausch, bestärkt die Teilnehmer*innen existentielle und ethische Fragen zu stellen, unterstützt sie dadurch in ihrer intellektuellen und moralisch- ethischen Entwicklung und fördert moralisch bewußtes Verhalten und die damit verbundenen Wertvorstellungen in einer Gesellschaft, die gerade einen Wertewandel vollzieht, weg von kollektiv geprägten Lebensweisen, hin zu individuell gewählten Lebensstilen und den damit verbundenen Unsicherheiten bei der Suche nach individueller sozialer Identität und den verschiedenen kollektiven Identitäten, wie nationalen, kulturellen oder ethnischen Identitäten. Weitere Ziele sind die Vermittlung von Selbst,-Sozial-und ästhetischer Sachkompetenz.


Anmeldung und Info:

volkstheater@staatstheater.karlsruhe.de

0721/201800713

www.staatstheater.karlsruhe.de

In Kooperation mit:


CLUB XSCLUB 2