TEHERAN - KARLSRUHE

KARLSRUHE - TEHERAN

Jugendfilmprojekt

In Kooperation mit der Drais-Gemeinschaftsschule Karlsruhe

20 Schüler*innen aus Teheran und Karlsruhe im Alter zwischen 11 und 16 haben unabhängig voneinander Dokumentarfilme über ihre Lebenswirklichkeit, ihre Schule, ihre Stadt und ihr Land gedreht. Sie überlegten sich, was Gleichaltrige aus dem jeweils anderen, großenteils unbekannten Land interessieren könnte und wählten dafür entsprechende Inhalte und Orte aus. Für die Filmaufnahmen nutzten sie eigene Aufnahmegeräte oder bekamen Videokameras ausgehändigt. Der Prozess und die Entstehung der Dokumentarfilme wurde in beiden Ländern von professionellen Filmteams begleitet, filmisch dokumentiert und in der Postproduktion mit den Filmbeiträgen der Schüler*innen zu 30 - 45-minütigen Dokumentarfilmen zusammengeführt.

Seit Dezember 2018 sind die Jugendlichen beider Städte aufgerufen, über soziale Medien in Austausch zu treten und gemeinsam einen dritten Film, der in beiden Ländern spielt, zu entwerfen - diesmal einen Spielfilm.

Die drei in sich abgeschlossenen Filme sind entwicklungspolitische Projekte, die aufeinander aufbauen:

In Film 1 und 2 berichten die Schüler*innen ohne Interaktion und dokumentarisch über ihre jeweiligen ortsspezifischen Lebenswirklichkeiten.

Film 3 geht einen Schritt weiter und vollzieht durch die gemeinsame Erarbeitung einer Spielfilmproduktion einen intensiven künstlerischen und interkulturellen Austausch. Für Produktionsvorbereitung, Drehbuch, die Drehs in Teheran und Karlsruhe und später auch die Postproduktion kommunizieren iranische und deutsche Schüler*innen gemeinsam mit den professionellen iranischen und deutschen Filmteams über einen eigens dafür von Werkraum Karlsruhe eingerichteten Chatroom und durchlaufen so alle Phasen der Produktion bis zur Fertigstellung des Films gemeinsam. Die Herausforderung, einen gemeinsamen Film zu drehen, obwohl die Beteiligten in weit entfernten Ländern leben und die verschiedenen Teams sich außer über soziale Medien nicht persönlich treffen können, ist immens. Enorme Bereicherung erfährt das Projekt durch die Mitarbeit einer aus Teheran stammenden 19-jährigen Schülerin, die mit ihrer Familie seit vier Jahren bei Karlsruhe lebt. Mit ihrer Orts- und Kulturkenntnis bringt sie sich beim Drehbuchschreiben, bei der Kommunikation in den Workshops und den Chats ein.

Das zentrale Thema soll der kulturelle Austausch und das Lernen voneinander sein. Dabei reflektieren die Schüler*innen ihren eigenen Lernprozess und das gegenseitigen Kennenlernen, sie bauen Vorurteile ab und gewinnen Erkenntnisse über andere Lebensweisen und Lebensumstände.

Der resultierende Spielfilm möchte Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Länder darstellen, dabei Verbindendes betonen, Sprachbarrieren abbauen und vorhandene Vorurteile entkräften. Er will versuchen einen möglichst unverstellten Blick auf beide Länder zu werfen und Offenheit und Toleranz bei allen Beteiligten und dem Publikum zu fördern.


Projektleitung: Jürgen Sihler, Mehrdad Rashidi


Film 3 wird gefördert aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg über die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ)

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