WO IST ZUKUNFT?

Theaterprojekt in Kooperation mit der Pestalozzischule Karlsruhe-Durlach

In diesem einjährigen Theaterprojekt befassten sich Schüler und Schülerinnen der 7. und 8. Klassen Pestalozzi Grund- Haupt- und Werkrealschule Durlach mit dem Thema Zukunft.

Dem Projekt zugrunde liegt die düstere Gesellschaftsprognose, die Jugendlichen mit Hauptschulabschluss ausgestellt wird:

In Deutschland besuchen 38% der SchülerInnen die Hauptschulen. Die Aussicht auf einen erfolgreichen beruflichen Werdegang ist wesentlich geringer. Dies ist den SchülerInnen bewusst. Mit grosser Verunsicherung blicken sie in eine Zukunft, in der sie vermuten, keinen Platz zu haben. Oft verlassen Jugendliche die Bildungseinrichtungen, ohne die grundlegendsten Kulturtechniken zu beherrschen. Die Perspektivlosigkeit nimmt den SchülerInnen die Motivation zum disziplinierten und engagierten Lernen. Der entstehende gesellschaftliche Desintegrationsprozess ist allgegenwärtig spürbar. Hinzu kommt, dass der Anteil der SchülerInnen mit Migrationshintergrund im Bundesdurchschnitt an Hauptschulen fünfmal so hoch wie an Gymnasien und zweieinhalbmal so hoch wie an Realschulen ist.

Mit den Mitteln des Theaters und theaterpädagogische Übungen entdeckten die SchülerInnen während des Projekts neue Möglichkeiten und Stärken in sich und der Gruppe. Ein wesentliches Element war die Stärkung des Selbstwertgefühls. In ergebnisorientierten Proben wurde ein Theaterstück entwickelt und zur Aufführung gebracht.

Über das Jahr hinweg wurden außerdem Fachkräfte und Entscheidungsträger aus den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, aus der Pädagogik, aus der Wirtschaft und der Politik von den Kursteilnehmern konsultiert. Der Kontakt mit den "Beratern" hat den Jugendlichen eine weitere Dimension in ihrer Arbeit eröffnet und die Dialogfähigkeit der Gruppe nach außen gestärkt.

Mit dem Projekt "Wo ist Zukunft ?" hat Werkraum Karlsruhe einer Gruppe von Jugendlichen ermöglicht, das lähmende Gefühl der Ohnmacht abzulegen und ihrer Stimme Gehör zu verleihen. Am Ende der Arbeit stand die Erfahrung, dass jedes Mitglied einer demokratischen Gesellschaft das Recht, die Möglichkeit und die Verantwortung hat, seine Ideen und Bedürfnisse in den Prozess der Zukunftsgestaltung einzubringen.

Das Ergebnis der Arbeit war eine szenische Diskussion rund um die Frage, wie die Jugendlichen selbst ihre Situation einschätzen. Wo liegen für sie die Probleme? Was würden sie sich von der Gesellschaft wünschen? Was sind ihre schlimmsten Befürchtungen, was ihre grössten Hoffnungen?

Damit gingen sie auf eine Tournee durch verschiedene Bildungseinrichtungen der Stadt und präsentierten ihre Ergebnisse.

Das Projekt wurde in den folgenden Schuljahren erfolgreich weitergeführt.


Premiere: 19.07. 2007

Vorstellungsorte: Studentisches Kulturzentrum, verschiedene Bildungseinrichtungen

Regie: Christopher Maas

Theaterpädagogik: Jürgen SIhler

Schauspiel: SchülerInnen der 7. und 8. Klasse der Pestalozzischule

Projektbeteiligte: Regina Halmich, Markus Miller

gefördert durch:






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